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DEN TEUREN TOTENZurück


Autor: Durs Grünbein
Aufführungen: jeden Freitag im Juli 2021 ab 21:30 Uhr


Beschreibung:

33 Epitaphe

„Bleib stehen, Wanderer, und lies!" riefen vor zweitausend Jahren die Grabsteine dem Vorübergehenden zu. Inschriften sprachen von den Vergnügungen des Gestorbenen, von Beruf und Verdienst, Charakter und Familie. Heute schweigen den Eiligen allenfalls ein paar Ziffern an, über denen ein Name im Leeren verharrt, beziehungslos, entlassen aus jedem Zusammenhang. Kein Zwiegespräch mehr von Diesseits und Jenseits ...
Es ist lange her, dass in diesen Breiten die Toten zu sprechen aufgehört haben. Die Kulturgeschichte kennt Zeiten beredten und Zeiten stummen Gedenkens, sie kennt auch die Sprachlosigkeit und das leere Schweigen. In Kulturen, denen der Tod zum Tabu geworden ist, weil sie ihre >Jetztzeit< verbergen, ist nur mehr indirekt die Rede vom Ende. Alles im Griff zu haben, nur >das< nicht, muss kränkend sein für das einzige Lebewesen, das sich mit seiner Lage nicht abfinden kann. Der Effekt kann nur ein komischer sein, wo Bedauern an die Stelle von Trauer tritt. Wo gestorben wird, ohne dass man den Toten Gehör schenkt, hat schwarzer Humor seinen Augenblick.

Durs Grünbein

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